• Eine römische Legende beschreibt, wie die Entdeckung der waschaktiven Eigenschaften der Kombination von Wasser, Fett und Asche vor sich gegangen sein könnte: Als Römerinnen nach Tieropfern auf dem Berg Sapo (lateinisch: Seife) den Altarstein mit der Asche des Opferfeuers säuberten, wusch der Regen das Gemisch zu den Wäschewaschplätzen am Fluss Tiber hinunter, wo sich ein seifiger Schaum bildete.
  • Die ältesten überlieferten Seifenrezepturen kommen von den Sumerern. 2500 Jahre vor Christus wurden sie auf Keilschrifttafeln festgehalten. Die Sumerer verwendeten die Seife allem Anschein nach, um die Schafwolle vor dem Färbeprozess vom Lanolin zu befreien.  
  • Auch auf ägyptischen Papyrusrollen fand man Seifenrezepte. Diese Seifen, aus Fett und Asche hergestellt,  wurden in Form von Salben auf dem Körper verteilt und anschließend zusammen mit Schmutz und Schweiß wieder abgekratzt. 
  • Seife wurde ursprünglich von den Kelten und Römern als Haarpomade bzw. zur Behandlung von Hautkrankheiten benutzt. 
  • Bei Ausgrabungen in der 79 n. Chr. durch einen Vulkanausbruch verschütteten Stadt Pompeji, wurde eine komplette Seifenfabrik samt Seifenstücken gefunden wurde.
  • Die ersten festen Seifen auf der Basis von Olivenöl wurden von den Arabern hergestellt, die zur Zeit der Eroberung der spanischen Halbinsel im 8. Jahrhundert n. Chr. die Technik des Seifensiedens nach Südwesteuropa brachten. Während des Mittelalters wurde das Seifenkochen im Mittelmeerraum, wo die Olivenölkultur und eine reiche Aroma- und Heilpflanzen-Flora heimisch sind, zur Methode und zur Kunst vervollkommnet.
  • Früher wurde die Lauge aus Holz- und Pflanzenasche gewonnen. Die sogenannte „Pottasche“ erhielt man, indem die Asche in ein durchlöchertes Fass gefüllt und über mehrere Tage Regenwasser langsam hindurchgefiltert wurde. Das Wasser zieht die alkalischen Salze dabei aus der Asche und kann als fertige Lauge aufgefangen werden. Ab 1870 stand ein Verfahren zur Verfügung, das es ermöglichte, synthetische Soda aus Ammoniak und Salz in Massenproduktion billig herzustellen, und man war nicht mehr auf die teure und unreine Pottasche als Grundrohstoff angewiesen. Bald war Seife keine Rarität mehr, und sie wurde für jedermann erschwinglich.