Winzigklein und doch steht er im Vordergrund - ist in aller Munde: Besagter Virus. 

(Fast tut er mir schon leid, weil alle Welt mit dem Finger auf ihn zeigt.)

Um seine Ausbreitung zu verhindern, sollen wir nicht hinausgehen, sollen unsere sozialen Kontakte beschränken. Die Straßen sind leer, die allermeisten Geschäfte geschlossen. Muss ich dann doch für einen selten gehaltenen Einkauf hinaus, ist es wie am Sonntag. Still. Ich für mich allein genieße diese Auszeit von dem hektischen Treiben sehr. Gut, ich habe keine finanziellen Sorgen, bange nicht um Arbeit, habe keine Verantwortung für Mitarbeiter. In meinem kleinen Handwerksbetrieb (örtlich: Zuhause!) in dem ich um diese Jahreszeit so und so nicht viel verdiene, bin ich allein und mein Mann und ich haben unser Auskommen, da wir Pensionäre sind. Wir müssen sparen, aber wir leiden keine Not. Die Kinder sind erwachsen und eigenverantwortlich. Somit sind wir schon in bevorzugter Stellung und können uns mehr oder weniger zurücklehnen. Vorm Virus selbst habe ich keine Angst, muss jedoch aufpassen, nichts nach Hause zu bringen, da mein Mann gesundheitlich angeschlagen ist. 

Ich habe mich zu Hause immer sehr wohlgefühlt. Ich mag unsere Wohnung, mein Arbeitszimmer liebe ich. Den Balkon haben wir noch nicht in "Betrieb", aber wir haben, obwohl in der Stadt, freie und weite Sicht auf Grünes. Soweit läuft bei uns alles wie ansonsten auch.

Lange schon habe ich keine Nachrichten im Fernsehen mehr geschaut, da ich diese nicht neutral sehen kann. Sie belasten mich und dadurch wird die Welt nicht besser. Ich bin nicht blind und auch nicht taub dem Rundherum gegenüber. Ich weiß was läuft und das reicht mir. Ich bemühe mich um ein Leben, das niemandem schadet.

Jetzt schaue ich doch wieder fern. Bis vorgestern habe ich meine Informationen allein daraus bezogen. Dann habe ich angefangen, mich auch anders umzuhören. Viel mehr will ich dazu gar nicht sagen. Es bleibt jedem selbst überlassen, sich zu informieren, nachzudenken, seine Schlüsse zu ziehen.

Es ist auf jeden Fall eine besondere Zeit, in der wir leben ... eine Zeit, die zum Innehalten auffordert und zum Denken anregt! 

Samstag, 21. März, Frühlingsbeginn


Jede Tätigkeit,

jede Emotion,

jede Handlung,

jede Situation

mit dem Gefühl als sei es

das erste Mal UND

das letzte Mal

würzen.

Ich weiß, dass man das nicht lange durchhalten kann. Und doch haben die beiden - das erste Mal und das letzte Mal - eine ganz besondere Stimmung in sich, welche einen bewusst im Augenblick sein lässt und auch die Besonderheit dieses speziellen Moments verdeutlicht.


Irgendwie kommt mir dieses „neue“ Jahrtausend noch immer futuristisch und fremd vor. Es erscheint mir, als lebe ich in der Zukunft. Mit einem Fuß bin ich im alten fest verankert, mit dem anderen versuche ich im neuen Wurzeln zu schlagen. Dabei wird der Spagat von Jahr zu Jahr größer. Huch!